
Manchmal fügt es sich, dass ein Projekt und sein Anlass eine fast selbstverständliche Einheit bilden. Genau das empfinde ich rückblickend auf diesen Auftrag.
In Zusammenarbeit mit Zeitklänge durfte ich einen Klassiker der Popgeschichte neu denken: „Where Is the Love?" der Black Eyed Peas, erschienen 2003, arrangiert für Streichquintett – ergänzt um die Stimme von Gündalein. Die Münchner Rapperin und Sängerin hat sich seit ihrer Debütsingle „I'm Crazy" (2020) als eine der markantesten Stimmen der Münchner Musikszene etabliert. Das Quintett besteht aus Musikern der Bayerischen Philharmonie.
Als „Where Is the Love?" 2003 veröffentlicht wurde, traf er einen Nerv. Im Schatten des 11. Septembers und der daraus folgenden Kriege im Nahen Osten stellten die „Black Eyed Peas" eine einfache, aber essentielle Frage: Wo ist die Menschlichkeit? Die Lyrics sprechen von Rassismus, Gewalt, Terrorismus und dem Versagen gesellschaftlicher Institutionen – und enden mit dem immer wiederkehrenden Appell, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Liebe und Mitgefühl. Zwei Jahrzehnte später hat der Song nichts von seiner Relevanz eingebüßt. Im Gegenteil: In einer Welt, die von einer wachsenden Zahl an Kriegen, zunehmendem Egoismus und einer tief verwurzelten Egozentrik geprägt ist, klingt diese Frage heute so dringlich wie damals – vielleicht noch dringlicher.
Der Rahmen: Der Friedenspreis des Deutschen Films
Aufgeführt wurde das Arrangement im Rahmen der Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke. Der Preis wird seit 2002 jährlich vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. im Vorfeld des Filmfest München verliehen und zeichnet Filmschaffende aus, deren Werk für Toleranz, Menschenrechte und Frieden eintritt. Er wurde von Elisabeth Wicki-Endriss initiiert, der Witwe des 2000 verstorbenen Regisseurs Bernhard Wicki, dessen Film „Die Brücke" (1959) bis heute als einer der eindringlichsten deutschen Antikriegsfilme gilt. Vergeben wird der Preis in fünf gleichrangigen Kategorien – von Regie über Schauspiel bis hin zu einem Ehrenpreis für ein herausragendes Lebenswerk. Die 25. Verleihung fand am 23. Juni 2026 im Cuvilliés-Theater München statt. Ein würdigerer Rahmen für dieses Stück wäre kaum denkbar gewesen.
Ausstrahlungstermine
Die Aufführung wurde im Rahmen der Veranstaltung aufgezeichnet und ist an zwei Terminen im deutschen Fernsehen zu sehen:
3sat – 27. Juni 2026, 23:45 Uhr
BR – 30. Juni 2026, 23:45 Uhr
Anschließend ist der Mitschnitt in der ARD Mediathek abrufbar.
